Eine Flut an Büchern

Schon seit 1910 haben Leverkusener die Möglichkeit, in der damaligen Volksbibliothek Interessantes zu lesen, recherchieren und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Zunächst, ehrenamtlich von Anton Lütter betreut, entwickelte sich aus der Volksbücherei in den 1920er Jahren unsere Leverkusener Stadtbibliothek. Bis heute schafft es die Bibliothek auf drei zusätzliche Außenstellen, von denen wir seit 2008 eine kombinierte Schul- und Stadtteilbibliothek bei uns am Freiherr vom Stein genießen dürfen.

2021 fiel unsere Bibliothek, genau wie viele andere Gebäude, der Flut zum Opfer. Die schweren Regenfälle und das Übertreten der nahen Gewässer hinterließen nicht nur Schäden, sondern machten die Nutzung der Bibliothek unmöglich. Gemeinsam mit vielen Helfern wurde, was zu retten war, in einer Schlebuscher Grundschule untergebracht und das Vorhaben „Sanierung“ konnte beginnen. Nach Monaten harter Arbeit von vielen haupt- aber auch ehrenamtlichen Helfern gelang die Sanierung und unsere Bibliothek konnte am Ende der Winterferien wieder eröffnen.

In einem schönen, freundlichen, hellen und vor allem barrierefreien Bereich erwarten einen, neben den verschiedensten Büchern, wie Romane und Fachbüchern, auch DVDs, eine große Auswahl an Filmen und ein kleiner Teil an Verkaufsware. In einem separaten Bereich haben wir Schüler die Möglichkeit an PCs zu recherchieren und zu arbeiten. Unser hauptamtlicher Bibliothekar berät uns genauso gut, wie alle ehrenamtlichen Helfer, selbst den ein oder anderen Lehrer erwischt man regelmäßig beim Stöbern.

Viele von uns würden sich noch mehr gemütliche und ruhigere Ecken zum Schmökern wünschen, einige von uns vor allem mehr Zeit.

Goethe sagte mal „Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune“, also: Kommt vorbei und schaut euch die Welt an.

Enya Clemm

Quellen: google, wikipedia, Freiherr vom Stein HP

Warum wir keine Schulgottesdienste brauchen

von Lisa Druwen und Sabrina Kurt

[Januar 2023] Rund 22 Prozent. So viele Schüler:innen bezeichnen sich laut einer Studie des Deutschlandfunks als religiös. Eine klare Minderheit, trotzdem sind christliche Schulgottesdienste auf deutschen Schulen bis zur 7. Klasse Pflicht, soweit man keiner anderen Religion angehört. Die ca. 30 Millionen in Deutschland lebenden Atheist:innen werden dabei nicht berücksichtigt. Während in Schulgottesdiensten die Schulgemeinschaft gestärkt werden soll, werden gerade die religiösen Minderheiten, die in Deutschland regelmäßig Diskriminierung aufgrund ethnischer und religiöser Hintergründe erfahren, ausgeschlossen. Atheist:innen werden zu religiösen Bräuchen animiert, die mit ihren Weltansichten nichts zu tun haben. Schulgottesdienste können durchaus einen Fall der religiösen Indoktrination darstellen, da sie seit dem frühen Grundschulalter besucht werden müssen. Ist dies wirklich mit der freien regligiösen Entfaltung vereinbar, die im Grundgesetz festgehalten ist?

Girls'/Boys' Day und Berufsfelderkundungstag: Meine Erfahrung  

von Laurenz Kurth 

[Dezember 2022] In 3 Monaten ist es wieder so weit: Für die 8. und 9. Klassen steht dann der Girls‘-Boys‘ Day und ein paar Wochen später der Berufsfelderkundungstag an, die beide verpflichtend sind. An diesen Tagen werden die Schüler Einblicke in einen bestimmten Beruf bekommen, um einen Eindruck von der späteren Arbeitswelt zu erhalten. Im Folgenden möchte ich euch über meine Erfahrungen mit den eintägigen Praktika berichten.  

Als einer der ersten Schritte der Berufsorientierung an unserer Schule dient der Girls‘/Boys‘ Day. Hierbei sollen Mädchen von Berufen, die hauptsächlich von Männern ausgeübt werden und Jungen von Berufen, die vor allem Frauen ausführen, (erste) Eindrücke erhalten. Der Tag kann, genauso wie der Berufsfelderkundungstag, auch digital durchgeführt werden. Außerdem finden beide Tage grob innerhalb der normalen Schulzeit statt. Zudem muss man vor und nach der Teilnahme eine Bestätigung der Teilnahme an die Klassenlehrer*innen bzw. an Frau Kaiser abgeben.  

Meiner Meinung nach ist es relativ einfach, geeignete Angebote für diesen Tag zu finden: Erfahrungsgemäß ist es sehr empfehlenswert, die Internetseiten www.girls-day.de bzw. www.boys-day.de frühzeitig zu überprüfen. Auf diesen Seiten gibt es viele Angebote unterschiedlicher Berufsfelder, deswegen sollte dort wahrscheinlich jeder eine passende Stelle finden. Sollte man jedoch kein geeignetes Angebot finden, bietet die Schule auch von sich aus Angebote an (z.B. von Handwerksbetrieben), die zu bestimmten Zeitpunkten im kleinen Foyer ausgehängt werden. 

Den Berufsfelderkundungstag muss man privat organisieren. Deswegen wird das eintägige Praktikum am häufigsten bei den Eltern oder Verwandten gemacht.  

Als Neuntklässler habe ich bereits den Girls‘/Boys‘ Day sowie den Berufsfelderkundungstag zum ersten Mal gemacht, welche durchweg positiv verlaufen sind. Meiner Ansicht nach sind die beiden kurzen Praktika eine gute Möglichkeit, einen Voreindruck zu bekommen, wie das spätere Arbeitsleben abläuft. Jedoch würde ich dafür plädieren, das Praktikum etwas länger zu strecken, da die kurze Zeit nur ausreicht, um einen groben Überblick zu bekommen. Außerdem ist es schwierig, eigenständig einen Betrieb für den sehr kurzen Berufsfelderkundungstag zu finden. Aufgrund dessen könnte die Schule, wie auch bei dem  Girls‘/Boys‘ Day, Angebote anbieten, um die Suche zu erleichtern. 

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die beiden kurzen Praktika für Acht- bzw. Neuntklässler eine gute Möglichkeit bieten, in die spätere Arbeitswelt zu ,,schnuppern“. Doch vor allem beim Berufsfelderkundungstag sollte man sich frühzeitig um eine Stelle bemühen. Außerdem ist es sinnvoll die begrenzte Zeit an den beiden Tagen gut auszunutzen, um möglichst differenzierte Eindrücke zu erhalten.    

 

Lesenacht am FvSTein-Gymnasium

von Romina D' Oria

[Dezember 2022] Am Freitag, dem 7.12.22, fand wieder einmal die Lesenacht statt. Diese wurde von unserer SV organisiert und von vielen Schülerinnen und Schülern der vierten Klassen sowie von unseren Steinkäuzen besucht.

Die Kinder durften es sich in der Balletthallte gemütlich machen und ihnen wurde eine spannende Weihnachtslektüre vorgelesen. Diese Aufgabe übernahmen Frau Wolf und Frau Mikolajetz, unterstützt von Frau Oshadnik.

"Es ist ein Elch entsprungen" war der Name der Lektüre, eine schöne Weihnachtsgeschichte, geschrieben von Andreas Steinhöfel, aus dem Jahr 1995. Die Geschichte handelt von dem zehnjährigen Bertil, der sich kurz vor Heiligabend mit einem sprechenden und fliegenden Elch namens Mr. Moose anfreundet. Er ist der Elch des Weihnachtsmannes und musste bei einem Testflug notlanden. Diese Begegnung verändert Bertils Leben schlagartig!

Der gleichnamige Film erschien im Jahr  und während des Lesens wurden Ausschnitte davon auf einer Leinwand abgespielt, ebenso einige Bilder. Außerdem wurden kostenlos getränke und Snacks angeboten. Die Kinder durften sich regelmäßig ihre Becher auffüllen.

Die Veranstaltung dauerte ungeführ eine Stunde, von 19:00 bils 20:00 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler hatten viel Spaß und wir freuen uns auf unsere zukünftigen Steinkäuze!

Leverkusener Schüler setzen Zeichen der Solidarität mit Protesten im Iran

von Erik Baum

[November 2022]  Und plötzlich tönt aus dem Lautsprecher die erste Zeile von „Another Love“. Nach und nach, erst zögerlich, dann immer lauter, stimmen hunderte Schüler in den Gesang ein. An einem wolkenfrei, sonnigen Novembermorgen erklingt auf den Schulhof des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Leverkusen das zur Hymne der Protestbewegung im Iran gewordene Lied des britischen Songwriters Tom Odell. 4000 Kilometer entfernt von der Diktatur, in der junge Frauen und Männer täglich für Menschrechte und Freiheit demonstrieren, werden dieselben Worte jetzt zur Solidarität mit ihnen angestimmt – „I’ll use my voice, I’ll be so fucking rude“. 

Bereits seit mehr als 50 Tagen demonstriert im Iran eine breite Protestbewegung aus allen gesellschaftlichen Schichten gegen das autokratische Mullah-Regime und setzt sich trotz gewaltsamer Reaktionen von Polizei und Revolutionsgarden weiter für die Rechte von Frauen, Minderheiten und Menschenrechte ein. Auslöser der Proteste war der Tod der jungen Studentin Mahsa Amini, die unter ungeklärten Umständen im Gewahrsam der Sittenpolizei verstorben war; vermutlich wurde sie Opfer von Polizeigewalt. 

Am 9.11.2022 hat das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium nun seine Solidarität mit den Protesten zum Ausdruck gebracht. Eine von Schülervertretung und Sozial AG organisierte Kundgebung prangerte die Unterdrückung von Frauen und die islamistische Mullah-Diktatur an, die dem Land seit 43 Jahren eine fundamentalistische Interpretation des Islam aufzwingt. 

Inspirieren lassen habe man sich bei ähnlichen Aktionen in den letzten Wochen, so Alexa Mönning, die Leiterin der Sozial AG am Freiherr. „Es ging uns vor allem darum, auch bei den Schülern Aufmerksamkeit und Interesse für das Thema zu wecken.“ Das jedenfalls scheint der Sozial AG und Schülervertretung gelungen zu sein. 

Franzbrötchen, Serengeti und Kunstnachhilfe: unsere Kursfahrt nach Hamburg

von Erik Baum

[September 2022] Lange hatten wir uns gedulden müssen, am 26. September 2022 ging es endlich los: wir traten unsere fünftägige Kursfahrt nach Hamburg an. Dort sollte uns eine Woche voller architektonischer, kultureller und historischer Highlights und natürlich jede Menge hanseatisches Flair erwarten. 

Nach einer so klimafreundlichen wie abenteuerlichen Anreise mit der deutschen Bahn stand für uns am Montagnachmittag direkt der erste Programmpunkt auf den Plan: begleitet von charmantem und authentischem norddeutschem Wetter konnten wir auf einer dreistündigen Radrundfahrt die bewegte Hamburger Stadtgeschichte unmittelbar im Stadtbild kennenlernen. Gegen Wind und Wetter anstrampelnd erfuhren wir von Aufstieg und Wachstum, von Freiheitsstreben und Geschäftssinn der Hansestadt.  Vor allem lernten wir zwischen Elbtunnel, HafenCity und Hauptbahnhof, wie Hamburg im Lauf der Jahrhunderte immer wieder neu von Unternehmern, Politik und Epochen geprägt worden ist, die alle ihre persönliche Handschrift im Stadtbild hinterlassen haben. Und als Geschichts-LK erkannten wir, wie sich diese 1000 Jahre alte hamburgische Geschichte bis heute Stück für Stück weiter fortschreibt. 

Am Dienstag tauschten wir die ungezügelte Romantik des verregneten Hamburger Hafenbeckens gegen die hehren Hallen der hohen Kunst. Wobei „Halle“ hier schon das richtige Stichwort ist: ein Besuch in der Hamburger Kunsthalle stand an. Nicht nur lernten wir großartige Kunstwerke aus verschiedenen Jahrhunderten kennen – darunter auch Der Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich – sondern durften auch unser eigenes künstlerisches Talent demonstrieren und damit den Beweis dafür liefern, dass der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife besser auch weiterhin nicht an eine zeichnerische Weiterentwicklung seit dem Kindergarten geknüpft werden sollte. Immerhin tröstete uns die umfangreiche Sammlung der Kunsthalle über eigene kreative Defizite hinweg: von epochaler Historienmalerei über idyllische Landschaftsdarstellungen bis hin zu subtilen Selbstporträts fand sich im Fundus des Museums alles, was das Herz des Kunstliebhabers begehrte. 

Das spektakuläre Highlight unserer Reise erwartete uns am Mittwochabend. Nachdem wir dem Morgen im Miniaturwunderland verbracht und dort die Bastelleidenschaft des dreihundertköpfigen Teams in unfassbar detailverliebten Dioramen hatten bestaunen können, entführte uns der Abend vom kühlen 53. Breitengrad in die sengende Hitze der afrikanischen Savannen. Mit einer Musicalinszenierung des Disney-Klassikers „Der König der Löwen“ durften wir die bekannte und beliebte Zeichentrickfabel in einem neuen Korsett erleben. Auch wenn wir anfänglich noch über den thematischen Zusammenhang zu unserem Reiseziel wie auch über den genauen Bildungsauftrag des Abends rätselten, konnten uns ein spielfreudiges Ensemble, das großartige Liveorchester, stimmgewaltiger Gesang und eine kreative Inszenierung schnell für sich einnehmen – da konnten wir unseren Lehrern das Abweichen vom Bildungsauftrag der Reise gerade noch so verzeihen. 

Unser letzter Tag in Deutschlands zweitgrößter Stadt begann mit einer großen Portion hanseatischem Humor. Auf einer Hafenrundfahrt brachte uns unser sympathischer Guide die komplexe Organisation des Industriehafens näher; während wir mit einer kleinen Barkasse neben vierhundert Meter langen Containerriesen entlangschipperten, erfuhren wir von „Schutenschupsern“ und der langen Tradition der Hamburger Werften ebenso wie von Hamburgs weitgehender Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufstieg der Stadt als „Deutschlands Tor zur Welt“ und größtem Frachthafen in der Bundesrepublik. 

Und so ging unsere Woche in Hamburg auch schon viel zu früh zu Ende. Neben dem offiziellen Bildungs- und Kulturprogramm blieb natürlich auch viel Zeit für eigene Streifzüge durch die Stadt, die von uns auch ausgiebig genutzt wurde. Je nach persönlicher Präferenz erkundeten einige Mitglieder des Kurses wahlweise weiter das kulturelle Angebot oder statteten einschlägigen Vergnügungsvierteln einen Besuch ab – es kam also jeder auf seine Kosten. 

Eine weitere nervenaufreibende Expedition durch den Dschungel des deutschen Bahnnetzes später trafen wir wieder in Leverkusen ein – erschöpft, entnervt, aber um eine Woche voller Eindrücke reicher. Fünf abwechslungsreiche, interessante, unterhaltsame Tage lagen hinter uns, die uns als Kurs noch fester zusammengeschweißt haben. 

Wir bedanken uns besonders bei unserem großartigen Lehrerteam, Herrn Heckl und Frau Kulbarz, die mit uns gemeinsam Hamburg entdeckt haben und diese Fahrt erst ermöglicht haben. Und Herr Heckls selbstgebackene Franzbrötchen waren einfach zu köstlich… 

In all die schönen Erinnerungen an unsere Kursfahrt mischt sich jedoch auch etwas Bitterkeit. Schließlich erinnert uns diese Fahrt auch daran, dass unsere Zeit am Freiherr sich unwiederbringlich dem Ende zuneigt. Umso mehr möchten wir danke sagen, für die Zeit, die wir gemeinsam an dieser Schule verbringen durften und die Möglichkeiten, die uns unser Gymnasium eröffnet hat. Danke Freiherr. Für alles. 

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