"Was tun?“ Großartiges Seelenkater-Theater von und mit Lutz Hübner und Sarah Nemitz zum 60-jährigen Bestehen der Schauspiel-AG

Was tun, wenn die Beziehung zerrüttet ist, das Gerechtigkeitsempfinden einen auf die Barrikaden treibt und die künstlerischen Ambitionen größer als das Talent sind? Und was tun, wenn einen der Mensch, an dessen Seite man lebt, noch zusätzlich sabotiert? Unter anderem diese Fragen standen bei der Aufführung von „Was tun?“ sofort im Raum, den die Schauspiel-AG des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums unter der Leitung von Kai Wahle emotionsgeladen aber stets unterhaltsam zu füllen wusste. Dass Antworten auf diese vielfältigen Fragen nicht ohne Weiteres gegeben würden, ahnte das geneigte Publikum bereits – und dass die großartig präsentierten Stunden eines scheinbar gewöhnlichen Wochenendabends nicht gut enden würden, ebenfalls:

Komponiert als Episodenstück führten fünf Schicksalsgemeinschaften in wechselnden Räumlichkeiten – genial gestaltet durch die Arbeit der Bühnenbau-AG und unterstützt durch passende Sounds und Licht, die die Bühnentechnik passgenau lieferte – das Scheitern ihrer Pläne vor. Die jugendlichen Schauspieler:innen stellte das Stück „Was tun“ des Autor:innen-Duos Lutz Hübner und Sarah Nemitz, die zu den meistgespielten Dramaturgen auf deutschen Bühnen zählen, vor durchaus ungewöhnliche Herausforderungen: In die Rolle eines routinierten Swingerclub-Besuchers zu schlüpfen oder in die eines frustrierten Gewerkschaftsveterans – das fordert schon einiges an Mut und Vorstellungskraft! Doch allen Darsteller:innen des 13-köpfigen Teams gelang es auf großartige Weise, das Publikum mitzunehmen, sodass Sarah Nemitz, die gemeinsam mit Lutz Hübner die Premiere am Freiherr-vom-Stein mit ihrer Anwesenheit beehrte, zu Recht resümieren konnte: 

„Ich muss ehrlich sagen: Als ich gehört habe, dass eine Schüler-Theater-AG dieses Stück macht, war ich sehr verblüfft  es wäre nicht das erste gewesen, was mir eingefallen wäre. Aber ich bin total begeistert. Wie ihr es geschafft habt, Probleme zu spielen, die ihr vielleicht mal kriegen werdet, das war toll!“

Es sieht also so aus, dass Kai Wahles launige Frage, ob das Autoren-Duo sein Stück wiedererkannt habe und die Schauspieltruppe vielleicht noch mal ein Stück der beiden inszenieren dürfe, als mit ja beantwortet gelten darf! Es wäre die 6. Aufführung eines Hübner-Nemitz-Stücks an unserer Schule – womöglich im 61. Jahr des Bestehens der Schauspiel-AG des Freiherr-vom-Steins. Wir würden uns freuen!

 

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