Mehr als nur Unterricht - der Projektkurs Glück/Persönlichkeitsentwicklung 2025/26

Seit einem Jahr sagen 20 Schülerinnen und Schüler der Stufe Q1 des FvSt-Gymnasiums jeden Freitag: „Ich habe jetzt Glück.“ Damit meinen sie allerdings nicht das positive Gefühl von Freude und Zufriedenheit. Gemeint ist der neue Projektkurs „Glück“, der seit dem Schuljahr 2025/26 von Janina Kulbarz und Kathrin Schneider unterrichtet wird.  
 
Neben den Projektkursen Cambridge Certificate und Tanz boten die beiden Kolleginnen mit diesem Kurs die Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung. Dabei vereinten sie die Bereiche Positive Psychologie, Neurobiologie und kreatives Arbeiten. Die Arbeit, die durchaus persönlich und nah an den Schülerinnen und Schülern war, vermittelte uns einen bewussteren Umgang mit uns selbst, unseren Mitmenschen und unserer Umwelt.  
 
Im neurobiologischen Teil des Kurses tauchten wir immer wieder in die Biochemie ein. Wir untersuchten die Auswirkungen von Glückshormonen wie Dopamin und Serotonin und überlegten, wie wir deren Ausschüttung bewusst fördern können. Dabei standen Themen wie der Umgang mit Angst, die Entwicklung von Selbstliebe, das Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen, das Erforschen und Definieren der eigenen Persönlichkeit sowie das Formulieren und Verwirklichen persönlicher Visionen im Mittelpunkt. Außerdem arbeiteten wir heraus, welche Bedeutung gesunder Schlaf, bewusste Routinen und eine ausgewogene Ernährung für unser Wohlbefinden haben. 
 
Auch Ausflüge gehörten zum Kurs und trugen dazu bei, dass sich aus der Gruppe eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft entwickelte. Mit der Zeit trauten sich immer mehr von uns, sich zu öffnen. So besuchten wir beispielsweise den Wuppermann-Park, um uns intensiv mit dem Prinzip der Achtsamkeit auseinanderzusetzen. Dort erfuhren wir auch, welchen positiven Einfluss die Natur auf unser Gemüt haben kann. 
 
Besuche wie der von Dr. Benedikt Kohlstädde (Director Pharma Research and Development von den Bayer Werken) zum Thema Persönlichkeitstypen und der Glücksautorin Ursula Kollritsch bereicherten unseren Kurs zusätzlich. Sie erzählte uns von ihrer Arbeit, ihrer Ideenfindung und ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema Achtsamkeit. Noch heute fällt mein Blick regelmäßig auf die von ihr mitgebrachte, leuchtende Discokugel, die in meinem Zimmer direkt neben meinem Vision Board hängt und mich an vieles erinnert, was ich in diesem Kurs gelernt habe. Frau Kollritsch erzählte uns nämlich, dass eine Diskokugel am Fenster den Raum mit „Sonnenkonfetti“ flutet, sobald die Sonne darauf scheint. Ein klassisches Beispiel, wie zauberhaft Achtsamkeit sein kann. Außerdem ermöglichte uns die Autorin eine Einheit zum kreativen Schreiben, die mir bis heute besonders gut in Erinnerung geblieben ist. 

Am Ende des Schuljahres mündete das Gelernte schließlich in persönlichen Projekten und Selbstexperimenten. Jede Schülerin und jeder Schüler wählte ein eigenes Thema aus und entwickelte dazu ein individuelles Projekt, das auf selbst konzipierten Experimenten, Umfragen oder kreativen Arbeiten basierte. Die Ergebnisse wurden anschließend der Gruppe präsentiert. 

Eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Wer diesen Kurs durchlaufen hat, nimmt weit mehr mit als nur eine Note. Man gewinnt psychische Widerstandskraft, praktische Techniken für den Alltag und die Erkenntnis, dass man das eigene Glück und Wohlbefinden jeden Tag aktiv mitgestalten kann. 

Abschließend möchte ich sagen, dass ich dankbar für dieses Angebot bin. Ich bin dankbar für die Chance zur Selbstreflexion, für die vielen neuen Techniken, die ich kennenlernen durfte, und für das Gefühl, wirklich etwas fürs Leben gelernt zu haben. Ich kann jedem nur empfehlen, „Glück“ zu wählen, selbst wenn der Kurs künftig auf Englisch stattfinden wird.

von Jasper Hutten (Q1 in 2026/27)

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