Freie Theatergruppe spielt Shakespeares "Sturm"

von Laurenz Kurth

Am Freitag, dem 12. September und Samstag, dem 13. September, führte die Freie Theatergruppe in unserer Aula das Stück „Der Sturm“ nach William Shakespeare auf. 

Geschwister sind lebenslang miteinander verbunden und vertrauen sich gegenseitig. Doch ändert die Aussicht auf Macht etwas daran? „Der Sturm“ erzählt jedenfalls genau davon: Die Königin von Mailand, Prosporo, wird noch vor Beginn der Bühnenhandlung von ihrem Bruder Antonio gestürzt. Dabei unterstützte ihn Alsonso, der nun Prosporo als König von Mailand ablöst. 

Zu Beginn des Stücks, das auf einer einsamen Insel spielt, plant Antonio zusammen mit seinem Bekannten Sebastian, Alonso zu ermorden – Sebastian, der wiederum mit Alonso verwandt ist, soll sein Thronfolger werden. Das Streben nach Macht treibt Antonio also erneut zu dem Verrat, diesmal an seinem ehemaligen Komplizen. Doch der Plan scheitert… 

Einen weiteren Handlungsstrang im Stück bildet das Geschehen um das Monstrum Caliban ab, das seinerseits Prospero hasst. Caliban trifft im Verlaufe des Stücks auf den Narr Trinculo und den Schiffskoch Stephano, die einst Alonso dienten. Sie planen zusammen, Prospero loszuwerden. Parallel erzählt das Stück ebenfalls von der Liebe zwischen Prosperos Tochter Miranda und Alonsos Sohn Ferdinand. Ferdinand verschwindet jedoch plötzlich und schließlich prägt nur noch die Sorge um den Verlust seines Sohnes Alonsos Handeln. Als Prospero schließlich einen Vorhang zur Seite zieht, treten Miranda und Ferdinand aber wohlbehalten zu Vorschein. 

Das Stück endet im Guten: Alle Figuren sind versammelt, als Prospero verkündet, dass sie nach Mailand zurückkehren möchte. Die Machtinteressen der anderen Figuren sind Geschichte. Shakespeares Stück zeigt deutlich, wie gefährlich das menschliche Streben nach Macht sein kann – ein Thema, das leider hochaktuell ist. Doch es lehrt uns: die Bindung zu denen, die uns nahestehen, sollte unsere Machtgedanken immer überlagern.

Die zwölf Schauspieler:innen unter Leitung von Frau Jende-Soeken führten das Stück gelungen und der Rolle entsprechend authentisch auf. Die Hauptrollen spielten dabei Lea Ceglarek (Prospero), Victoria Frein (Alonso), Joline Cezanne (Caliban) und Kaja Sonneborn (Ariel). Die unterschiedlichen Machtinteressen der Figuren bauten Spannung auf, gleichzeitig sorgte z.B. der Auftritt des betrunkenen Schiffskochs Stephano (gespielt von Chiara Kühn) für Unterhaltung. Außerdem ergänzten die Einlagen der Tanz-AG der Unterstufe als „Elfenvölkchen“ und die Einschübe der Erzählerin Emma Röttgen die Aufführung passend. Das Bühnenbild sowie akustische Effekte, wie z.B. Meeresrauschen und lautes Donnergrollen, trugen entscheidend zu dem hervorragenden Theaterstück bei. Besonders herauszuheben ist hierbei das Engagement des Bühnenbaus und der Bühnentechnik. 

Unser Schulleiter Herr Röhrig lobte das Stück und dankte am Ende der Vorstellung auf der Bühne allen Beteiligten. Die Freie Theatergruppe zeigte mit Der Sturm wieder einmal, wie lebendig die Kulturszene am FvSt ist. 

Zum Seitenanfang