Am Fr., 31.1.2025, waren wieder einige Schüler:innen abends im Rahmen der Initiative unserer Musiklehrkräfte - Freiherr goes Concert! - in der Kölner Philharmonie. Dank reduzierter Schülerkarten durften wir uns ein Konzert des WDR Sinfonieorchesters, sicherlich einer der renommiertesten internationalen Klangkörper, anhören.
An diesem Abend stand das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow, gespielt vom Ausnahmepianisten Yunchan Lim, auf dem Programm. Auch wenn mir der Anfang des Werkes bereits aus einem anderen Konzertbesuch sowie durch verschiedene Aufnahmen bekannt war, hat mir die beeindruckende Interpretation von Solist und Orchester erneut eine Gänsehaut bereitet.
Der Komponist schrieb dieses Meisterwerk nach einer lang andauernden Depression und Komponierblockade. Vor diesem Hintergrund lässt sich das Stück ganz anders wahrnehmen und deuten. Ganz besonders Freude bereitete das differenzierte Zusammenspiel von Orchester und Solist auf außerordentlich anspruchsvollem Niveau.
Der Frust, die Panik und die Wucht, welche Lim zusammen mit dem WDR-Klangkörper aus diesem Stück herausholten, sorgten nicht zuletzt für Standing-Ovations in einer gut gefüllten Philharmonie. Nicht weniger überzeugte Lims Zugabe: Das Thema aus Bachs Goldbergvariationen, fließend und perlend und zudem in allen Stimmen transparent gespielt, zeigte, wie talentiert der südkoreanische Pianist ist. Das gesamte Publikum war still und hielt den Atem an, als die zarten, leicht angedeuteten Klaviertöne im Konzertsaal verstummten.
Mein Fazit: Ein genialer Pianist und zwei Stücke, die ihm absolut würdig sind.
Nach der Pause spielte das Orchester ein Konzert von Wynton Marsalis - eine Uraufführung und Auftragskomposition für das Kölner Orchester. Trotz hervorragender Interpretation dieser neuen Klänge, der immensen Leistung des Schlagwerks und ein paar beachtlichen Soli blieb mir die großartige Interpretation Rachmaninows Klavierkonzert immer noch im Kopf.
Einfach genial, als Schüler für so wenig Geld mit in die Philharmonie zu dürfen! Ich wünschte, ich könnte noch öfter solche Orchestermusik und Weltliteratur im Schuljahr genießen.
Eins der besten Konzerte, in denen ich bis jetzt war: 5/5 Sterne!
Linus Pullen, Q2

