FREIHEIT – Sind wir so frei, wie wir glauben?

Ein philosophischer Abend mit Denkanstößen am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Schlebusch, 10. April 2025. Die Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums-Schülerbibliothek war an diesem Donnerstagnachmittag bis auf den letzten Platz besetzt – und das aus gutem Grund. Die Schülerinnen und Schüler des Philosophie-Kurses der Stufe 10 von Frau Dr. Stulz präsentierten unter dem Titel „FREIHEIT – Sind wir so frei, wie wir glauben?" eine beeindruckende Veranstaltung, die zum Nachdenken, Staunen und Schmunzeln einlud.

Das Thema des Abends war nicht einfach: Determinismus – die philosophische Frage, ob unser Handeln wirklich frei ist oder ob alles durch vergangene Ursachen bereits vorherbestimmt ist. Doch was die Jugendlichen stattdessen auf die Bühne brachten, war alles andere als abstrakt oder trocken. In selbstverfassten Dialogen, die sich an klassischen wie auch an modernen Texten orientieren, diskutierten sie Freiheit, Verantwortung, Zufall und Zwang – und das mit erstaunlicher Tiefe, sprachlicher Genauigkeit und einem feinen Netz in der Dramaturgie.

Zwischen den Gesprächen sorgte stimmungsvolle Schlagzeug-Musik für kurze Atempausen. Die Schülerbibliothek verwandelte sich in einen Raum voller Reflexion und Begegnung. Während der Pause wurde für das leibliche Wohl gesorgt – leckere Snacks, Getränke und eine angenehm lockere Atmosphäre luden zum Verweilen und Austausch ein. Der Eintritt war kostenlos, was die Veranstaltung auch für spontane Besucher*innen attraktiv machte.

Das Publikum bildeten hauptsächlich Eltern und Erwachsene, die zufällig vorbei gekommen waren, aber sich offensichtlich beeindrucken ließen – nicht nur von der inhaltlichen Auseinandersetzung, sondern auch von der Präsenz und dem Mut der Vortragenden. Viele Dialoge erzeugten verständnisvolles Nicken, Lachen oder sogar nachdenkliches Schweigen. 
Frau Stulz, die moderiert hatte, war stolz auf ihre Schüler*innen: „Diese Abendveranstaltung demonstriert, wie lebendig und nah Philosophie sein kann, gerade in Zeiten, in denen einfache Lösungen oft nicht reichen."

Am Ende, als die Sonne unterging, stand die Frage des Titels immer noch offen – und das war das gerade die Situation, die dem Abend Spannung verliehen hatte. Den Schüler*innen war es gelungen, ihr Publikum nicht nur zu informieren, sondern zum Nachdenken anzuregen.

Ein gelungener Abend, der zeigte, wie viel Kraft und Tiefe in jungen Stimmen stecken kann – wenn man ihnen den Raum dafür gibt.

Keno Kolmer, Stufe 10

Foto: Lisa Wolf, Bibliothekarin

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