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Kalender
Steincafé

Die Schreibwerkstatt präsentiert:

[Juni 2017]

Literatur

Leitung: Dr. Heinke Stulz
Mitglieder: SchülerInnen der Jahrgangsstufe Q1
Termin: Blockplan

 

 

Rückblick

Adventskalender

                  „Adventskalenderöffnungslust, Wunschzettelversand, Lichterkettenaufhängfrust, Karamellkrokant Kuschelsockentragezeit, Backweltmeisteroma, Grünes Tannennadelkleid, Bratapfelaroma“ 

 

Mit dem Literaturkurs unter der Leitung von Frau Stulz haben wir schon im Sommer Schneeflocken rieseln lassen, Tannenbäume gefällt und Weihnachtslieder geträllert.

1 Jahr, 6 Monate und 3 Wochen, insgesamt 569 Tage. So lange dauert es noch bis wir, also die jetzige Q1, in der Mühlheimer Stadthalle stehen um unser Abitur zu feiern. Doch die Vorfinanzierung läuft schon in vollen Zügen. Seit dem Sommer haben wir geschrieben, gereimt, gefaltet, geschnürt, geworben und verkauft um erste Münzen in unsere Abikasse klimpern zu lassen. Mit dem Literaturkurs unter der Leitung von Frau Stulz haben wir schon im Sommer Schneeflocken rieseln lassen, Tannenbäume gefällt und Weihnachtslieder geträllert. Die Gedichte wurden gedruckt, wobei die Kosten freundlicherweise von der Schulleitung übernommen wurden. Anschließend haben wir reihenweise Großfaltaktionen mit der Stufe veranstaltet um  3 Kartons, randvoll mit Papier, in knapp 600 Adventskalender zu verwandeln.

Schon am Elternsprechtag konnte  wir erste Erfolge feiern: Weil erst am Morgen des gleichen Tages die Kartons mit den gedruckten Gedichten angekommen waren, haben wir direkt nach Schulschluss ein Spontanfalten einberufen und parallel die Kalender gebastelt und verkauft. Dabei sind die Adventsgrüße so gut angekommen, dass wir zwischendurch Unterstützung anfordern mussten um mit dem Falten hinterherzukommen. Auch der Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt in Wiesdorf erwies sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten als hervorragende Einnahmequelle. Nach ein paar Stunden voller fremde Leute anquatschen und Gedichte anpreisen  hatten wir eine ausgefeilte Technik entwickelt. Die bevorzugte Zielgruppe: Rudel mittelalter Herren, die sich mit Glühwein an einem Stand niedergelassen haben. Denn vorherige Beobachtungen haben gezeigt, dass die Frauen meist die Hosen anhaben und sich Unterbrechungen in ihrem Shoppingplan nur selten gefallen lassen. Die unterjochten  Ehemänner hingegen würden die Kalender oft nur zu gerne kaufen und werfen einem nahezu ausnahmslos entschuldigende Blicke zu, wenn sie weiter gezerrt werden. Alternativ gaben auch alte Ehepaare gute Käufer ab, vorausgesetzt die Dame hat gute Laune. Wenn nun also die Zielpersonen in Sicht waren,  machten wir mit einem im Chor geträllerten „Haaallooo“ auf uns aufmerksam. Im Fall einer, wie auch immer gearteten, Reaktion wurden unsere armen Opfer dann erst mal von einem Redeschwall (a la Freiherr-vom-Stein … Abivorfinanzierung … nicht nur Eltern zahlen … Gedichte …. SELBSTGESCHRIEBEN …) überollt. Die meisten waren danach durchaus bereit uns 5€ zu überlassen, mal mit, mal ohne Kalender als Gegenleistung.  
Am lustigsten war die Situation, als wir uns zu einer Gruppe von vier Herren gesellten und unsere inzwischen einwandfreie Rede erneut abspulten. Nach kurzem Hin und Her war der erste auch bereit, einen Kalender zu kaufen, kurz danach der zweite. Die anderen beiden hatten allerdings eindeutig nicht vor, irgendwelches Geld in hochkarätige Literatur zu investieren, aber da hatten sie ihre Rechnung ohne ihre Freunde gemacht. Diese machten sich nämlich minutenlang über einen der beiden lustig und versuchten ihn zu überzeugen, bis der einfach klein beigab und uns 5€ in die Hand drückte, auf seinen Kalender verzichtete er lieber. Daraufhin schaute der vierte leicht schockiert und beunruhigt aus der Wäsche, wobei er wahrscheinlich gerade seine Fluchtchancen abwog. Wir machten uns dann zwar selbst lieber vom Acker, bevor wir hier noch langjährige Freundschaften zerstörten, aber den Ruf als absoluter Lyrikverabscheuer wird er wohl so bald nicht los werden. 

Also, wenn ich euch einen Tipp geben darf: Schreibt Gedichte, Verkauft Kalender, lasst euch nicht abwimmel. Stur lächeln und winken, Männer! Denn so schnell verdient man nicht oft knapp 3.000 Euro!!    

Fine Petrick, Q1


Kunstnacht 2016: Trump ist Präsident - was tun?

"Odysseus" auf der Flucht vor Trump

[Oktober 2016]  Als am 7.10. die Zuschauer den Vortragssaal im Forum Leverkusens verließen, sahen sie alle beeindruckt aus. Gerade hatte hier der Literaturkurs die Odyssee, übertragen in die heutige Zeit, vorgeführt. Dafür hatte man sich auch lange vorbereitet und eifrig Dialoge geschrieben und geübt. Dazu hatte man nicht nur die Unterrichtsstunden verwendet, jeder hatte auch zu Hause weitergemacht. Es gab sogar fachliche Unterstützung, denn ein Spezialist, der beruflich Schauspieler trainiert, half in der Vorbereitung und sagte den Schülern, worauf sie zu achten haben. Damit jeder eine Hauptrolle haben konnte, griffen wir zu einem dramaturgischen Trick, der interessante Szenarien hervorbrachte. So durfte der neue Odysseus, den man Pablo genannt hatte, nicht in den Dialogen vorkommen. Andere Augenzeugen sollten über Pablos Abenteuer berichten. Die Schüler merkten schnell, dass es gar nicht so einfach ist, das in einen abwechslungsreichen Dialog umzusetzen.

Trotzdem fanden sich immer wieder schöne Ideen. So diskutierten zu Beginn zwei Klassenkameraden von Pablo ihre Pläne, sich nach Deutschland abzusetzen (Jan, Simon). Danach wurden dem Publikum zwei Drogendealer vorgesetzt, die Lotophagen, die die Ausreißer um Pablo getroffen hatten (Jost, Diyar). Anschließend wurde es sogar noch ausgefallener: Das Publikum durfte zwei Bandenmitglieder der Hells Angels bestaunen, Polyphem und Konsorten. Diese mussten mit einem ordentlichen Kater erstmal rekapitulieren, wie ihr Hauptquartier zerstört worden war (Artur, Philipp). Danach sahen die Zuschauer eine Sozialarbeiterin, die in  Pablo einen Kindersatz sah: Kalypso. Ihre Freundin musste ihr bei einem Kaffee helfen loszulassen (Julia, Leonie). Anschließend ließ ein Passant seinen Zeitdruck vor einem Bewerbungsgespräch im ganzen Raum spürbar werden. Zu seinem Pech bestand ein Polizist aber auf einer ausführlichen Aussage zu einer Schlägerei von Pablos Truppe (Christian, Thomas). Weiter ging es, nach einer der zwei Pausen, in denen Zuschauer kommen und gehen konnten, ganz im Sinne der Kunstnacht, mit zwei Kellnern aus einem Café, die sich nicht zu schade waren, ihre griesgrämige Chefin Kirke durch die Überwachungskameras zu beobachten. Umso erstaunter waren sie, als diese sich plötzlich als total verliebt gab, als sie Odysseus-Pablo zu Gesicht bekam (Lena,Moritz). In all der Aufregung konnte sich dann eine glückliche Gruppe Jugendlicher davonstehlen, nachdem sie wochenlang gefangen gehalten worden waren. Nach dieser bitteren Erfahrung, wie hilflos Illegale sind, hatten seine Freunde genug und wollten nach Hause.

Pablo selbst suchte aber weiter nach seinen deutschen Verwandten. Danach erfuhr ein wütender Chef, dass  Pablo in seiner Bar den Seher Teiresias getroffen und dabei wieder eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte, die aber eigentlich  nicht seine Schuld war. Die nächsten Darstellerinnen zeigten eine ganz andere Szenerie: Zwei Sängerinnen, die verführerischen Sirenen, stritten sich erbittert, aber auf vergnügliche Weise, um Pablos Aufmerksamkeit (Ina, Sioux). Als letztes erfuhren die Zuschauer durch Pablos Verwandten, wie alles zu Ende ging (Dilara, Finn). Pablo fand seine Familie in Köln und wurde dort aufgenommen, flog dann aber auch zurück nach Hause, denn Trump wurde durch ein Bombenattentat getötet. Die Dialoge zeigten sich so sehr vielseitig und überraschten die Zuschauer immer wieder mit neuen Figuren.

Die Schüler mussten in diesem großen Raum ohne Mikrofon zwar daran denken, laut genug zu sprechen. Außerdem durften sie nicht vergessen, ihre eigenen Requisiten mitzuführen. Trotzdem waren die Darstellungen sehr gelungen und überzeugten insbesondere in menschlicher Hinsicht. In dem Saal waren auch fast alle Stühle belegt. Dabei waren viele Gäste natürlich Freunde und Verwandte, es gab aber auch nicht wenige, die nur durch die Kunstnacht auf die Vorstellung kamen. Der Literaturkurs von Frau Stulz hat sogar schon einige regelmäßige Besucher, sich die jedes Jahr bewusst die Aufführung des Literaturkurses ansehen.

Die Szenen des Stückes waren dieses Jahr  sehr aktuell. Man merkte den sehr realistisch gestalteten Szenen ihren Ernst und ihre klare Sicht auf die Probleme von illegalen Flüchtlingen an.  Dennoch gelang es den Schülern auch immer wieder, das Publikum zum Lachen zu bringen. Das Großartige und zugleich Wesentliche des Stückes war aber sein Panoptikum an Gestalten und Schicksalen, die den Besuch zu einem unvergesslichen Abend machte.  

Finn Eckstein Q1


Kunstnacht Leverkusen 2016 - Der Literaturkurs Q1 im Forum

 

[Oktober 2016]

MODERNE ODYSSEE - Literaturkurs Q1 Stulz

18:30 - 19:30 Uhr im Vortragssaal des Forums

Der Literaturkurs zeigt  in selbstgeschriebenen Szenen eine neue Version der Odyssee heute  – Trump ist an der Macht – amerikanische Schüler als Flüchtlinge in Deutschland – Jugendliche ohne Geld im Untergrund.
Eintritt frei.


Alkestis: Anspruchsvolles Theater mit Tanz und opulenten Bildern

Düstere Gestalten betrauern Alkestis

[Juni 2016] Einen gelungenes Gesamtkunstwerk durfte erleben, wer die Aufführung „Alkestis“ nach der antiken Vorlage des Euripides besucht hat. Unter der Leitung von Dr. Heinke Stulz verfasst, stellten die Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses Q1 eine griechische Tragödie dar, deren traditionelle Elemente durchgängig übernommen, aufgrund aktueller Bezüge aber für den Zuschauer kurzweilig nachvollziehbar waren:

Grüne Wiesen, bedrohliche Wälder, ein reiches Haus, ein armes Haus. Vor diesen Kulissenbildern entfaltete sich das Drama um die starke, unglückliche Liebe von Alkestis (Marie Christ) zu Ahmed (Lennart Sacré), die - von elterlichen Erwartungen behindert - schließlich mit dem Tod der Liebenden endet. Fast wie bei Romeo und Julia, was öfters zitiert wurde.

Der antike Chor in Masken ahnte von vornherein das grausige Ende, ohne es verhindern zu können. Die lustigen Personen (Gloria von Arnim, Matthias Hupp, Anna-Marie Linstaedt) nahmen ihrerseits keinen Blatt vor den Mund und befreiten das Publikum immer wieder aus der Trauerstimmung einer griechischen Tragödie.

Umrahmt wurden die unter Regie des Theaterpädagogen Jürgen Albrecht erarbeiteten Szenen von Darbietungen der Tanz-AG, die mit ausdrucksstarkem Tanz zu emotionaler Musik das Publikum bravourös in die richtige Stimmung für den nächsten Akt brachten. Am Ende schließlich betrauern sie mit kleinen Laternen auf dunkler Bühne vor einer Friedhofskulisse die Toten zu Bachs Toccata und Fuge– eins von vielen stimmigen Bildern, das die Tanz-AG von Sabine Hasenbach-Busch mit schönen Kostümen und abwechslungsreicher Choreographie zu zaubern verstand.

So klingt das Stück aus, das von allen Schauspielern lebendig und brennend  gespielt wurde und durch Tanz, Musik und großformatigen Projektionen zusätzlich Atmosphäre erhielt. Eine emotionale Berg- und Talfahrt mit schönen Bildern.

Dank an alle, die mitgewirkt haben! Wir haben schöne Aufführungen erlebt.
Gundula Jende-Soeken (Redaktion)


Alkestis: Vom Lieben, Sterben und Lachen

Neubelebung der Alkestis am FvStein

[Juni 2016] Ewige Liebe, selbstlose Hingabe und Opfertod – was daran bitte schön soll komisch sein?: Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses „Kreatives Schreiben“ unter der Leitung von Dr. Heinke Stulz haben sich daran gemacht, die antike Tragikomödie „Alkestis“ von Euripides neu zu interpretieren und den komischen Elementen gebührend Raum zu geben. Aufgeführt wird das Werk mit Intermezzi der Tanz-AG und des Literaturkurses „Tanz“, unter der Leitung von Sabine Hasenbach-Busch und Isabel Raschik. Regie führt der Kölner Schauspieler und Regisseur Jürgen Albrecht im Rahmen eines Projektes von „Kultur und Schule“. Termine: 3./ 6. Juni um 19:00 Uhr in der Aula. Eintritt: 3 bzw. 6 Euro.