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Studienstunden Oberstufe (Login erforderlich)
Kalender
Steincafé

Literatur

Leitung: Dr. Heinke Stulz
Mitglieder: SchülerInnen der Jahrgangsstufe Q1
Termin: Blockplan

Schreiben, Schreiben, Schreiben ... für 20 Teilnehmer

Eine Übersicht zum Literaturkurs der Q1: [pdf].


 

 

Rückblick

Der Adventskalender des Literaturkurses 2017

„Weihnachtsfest oder Christnacht, was findest du besser?“ oder „Was reimt sich auf Lametta?“, hörte man kurz nach den Sommerferien durch die Tür des Computerraumes. Manch einer dachte sich, hat sich der Literaturkurs im Monat vertan. Aber nein, bereits im September begannen wir mit dem Schreiben von Weihnachtsgedichten. Die Gedichte wurden in Adventskalendern zusammengefasst; diese sind eine feste Tradition im Literaturkurs der Q1 und an unserer Schule.

Die Ideen der Gedichte waren vielfältig und entstanden schnell in großer Vielzahl: von brennenden Weihnachtsbäumen, über den Wunsch nach einem weißen Fest bis hin zu Weihnachten im Krankenhaus. Da ist für jeden etwas dabei! Das Dichten gestaltete sich jedoch schwieriger, als es einige vermuteten. Also spielten sich im Unterricht folgende Szenen ab:  

Jetzt war es so weit, aus den gesammelten Ideen mussten nun die besten herausgefiltert werden. Ganz schön schwer, aber einfach mal drauf los schreiben, dachten sich die meisten. Und es entstanden zunächst zwei bis drei erste Strophen. So merkte man schnell, was am leichtesten von der Hand ging. Nun wurde emsig nach den passenden Worten gesucht. Manche Wörter ließen sich nicht reimen, das nächste passt nicht zum Metrum. Hier ein Wort weg, dort ein Synonym, da das Reimschema wechseln… Einige waren schon sehr nahe an der Verzweiflung! 

Nachdem die letzte Strophe zu Ende gedichtet war, dachte man, das ist nun geschafft, puh, endlich! Und gab das Gedicht voller Stolz für ein Feedback zurück. Aber dann kam es zurück, voller Anmerkungen von Frau Stulz, das Metrum ist nicht korrekt, zu viele Silben, Stilbruch hier. Also ging die Arbeit weiter. Insbesondere das Metrum brachte fast alle an den Rand ihrer Möglichkeiten. An diesem Punkt stellte sich auch heraus, wer besonders talentiert im Dichten ist. Da gab es wirklich Leute, denen flossen die Gedichte nur so aus der Hand, einfach und leicht. Wir anderen mussten sie bearbeiten, wie ein Bildhauer einen Stein, bis man endlich sehen konnte, was wir sagen wollten, und das im richtigen Metrum.

Am Ende haben es alle geschafft, ihr Gedicht fertig zu stellen und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Sie sind nicht nur stilistisch gut gelungen, sondern auch vielseitig und kreativ in jederlei Hinsicht.  

Bereits vor den Herbstferien waren alle Gedichte fertig und der Kalender bereit um gedruckt zu werden. Als wir die großen Kisten voller Adventskalender empfingen, begannen wir gemeinschaftlich die Kalender mit buntem Geschenkband zu verzieren, um sie verkaufsbereit zu machen.  

Der Verkauf gestaltete sich vielseitig: In den Pausen, auf dem Martinsmarkt, am Elternsprechtag, in der Fußgängerzone oder auf dem Weihnachtsmarkt in Wiesdorf und nicht zu vergessen an die Familie… Fleißig wurde überall Werbung gemacht und viele, viele Adventskalender in ganz Leverkusen verteilt. Manch ein Käufer berichtete, dass er bereits einen Kalender besitzt und nun noch einen haben möchte, um diesen zu verschenken. Andere ließen sich spontan von den Gedichten überzeugen. Das stets positive Feedback ließ uns motiviert weiter und weiter verkaufen. Die älteren Leute wollten uns nie glauben, dass wir die Gedichte selbst geschrieben hatten. Wenn sie es uns dann endlich geglaubt haben, war die Bewunderung dann auch sehr groß.  

Am Ende hat allen das Schreiben der Gedichte viel Spaß bereitet, egal, wie talentiert sie dafür waren,  und wir sind stolz auf das Endprodukt, unseren eigenen Adventskalender.  

Jennifer Juch,Q1

Kunstnacht 2017 im Erholungshaus: Unser Held Sisyphos

[Oktober 2017] Unter der Leitung von Frau Dr. Stulz führte der Literaturkurs der Q1 am Freitag, den 13.10.2017 im Bayer-Erholungshaus im Rahmen der Kulturnacht Leverkusen eine Szenenfolge über den altgriechischen Sagenhelden Sisyphos auf.
Seit Beginn des neuen Schuljahres arbeiteten wir an unseren Stücken zu dem sagenumwobenen Sisyphos, seinen Taten und Strafen. Nach wochenlanger Arbeit war der Abend der Aufführung dann endlich gekommen. Im Erholungshaus warteten auch drei Techniker auf uns, die die entsprechende Licht- und Soundtechnik für uns einrichteten. Wir fühlten uns sehr geehrt, von diesen Experten umsorgt zu werden.
Ab 19 Uhr saßen Familie, Freunde und Besucher auf ihren Stühlen im Studio, als die Lichter angingen. 65 Minuten lang wurden die 9 Stücke von 16 Schülerinnen und Schülern aufgeführt. Zwischendurch gab es sehr schön gestaltete musikalische Ruhepausen  von dem Literaturkurs-Schüler Vincent Krause (Gitarre) und seinem Freund Jonathan Anand (Trompete). Trotz der großen Aufregung lief alles ohne große Probleme ab, der Applaus am Ende war nicht nur von unserer Erleichterung getragen, sondern auch vom Interesse und der Freude unseres Publikums. Unser Ensemble musste sich dreimal verbeugen!
Sisyphos war ein als gerissenes Schlitzohr bekannter Sterblicher, sehr attraktiv und hochintelligent, leider auch sehr eitel, der die Götter oftmals an der Nase herum führte und sie verspottete. Er war der König Korinths und mit dem unsterblichen Stern Merope verheiratet, die er Zeus weggenommen hatte (Szene: Fabienne Dehn und Patricia Scharf). Schließlich beschlossen die Götter, so lange zum Gespött gemacht von ihm, seinem Leben ein vorzeitiges Ende zu setzen und schickten den Todesgott Thanatos, um ihn in die Unterwelt zu bringen und wegzusperren.
Diesem entkam Sisyphos dadurch, dass er den Gott des Todes betrunken machte und fesselte. Ein genialer Streich.
Sisyphos ist eine umstrittene Person, wie auch bei der Aufführung zu erkennen war. So gab es oftmals Meinungsverschiedenheiten über seine Persönlichkeit selbst und ob er ein Held oder ein Verbrecher war (Einleitung durch Michelle Zielina und Sanja Andre).
Zwei Dienerinnen im Palast des Sisyphos unterhielten sich über die Ehestreitigkeiten mit seiner Gattin Merope und stritten darum, ob er nun Reisende ausraubt, um sein Luxusleben zu finanzieren oder ob das alles nur böse Nachrede war (Marie Holtorff und Laura Hampel).
Auch andere Frauen, die Sisyphos aus den Fängen des Göttervaters gerettet hatte, kommen zu Wort. (Szene Pauline Jakob und Lea Wielspütz).
Des Weiteren haben sich Ares (Nico Voß), Gott des Krieges und Hades (Finn Pankow), der Gott der Unterwelt, darüber gestritten, wie Sisyphos nun endgültig gefasst werden und in den Tartarus überstellt werden könnte. Wer sollte das unternehmen? Wieder der tollpatschige Tod? Diese war die längste Szene, denn Ares und Hades treffen sich selten und so hatten sie auf unserer Bühne Gelegenheit, sich einiges an den Kopf zu werfen, was für die Zuschauer sehr vergnüglich war.
Die Lage spitzt sich zu: es wird immer klarer: Sisyphos muss weg, Zeus kann ihn nicht mehr ertragen auf der Erde und so geschieht es dann auch.
Das Publikum durfte dann Hades folgen, wie er sich mit seiner Gattin Persephone herumstritt, weil die schon immer für Sisyphos geschwärmt hatte und deshalb ihren Gatten anklagte, weil ihr Schwarm vorzeitig in den Tartaros gesperrt wurde (Pauline Pennart und Lea Nettersheim.
Später unterhielten sich zwei Göttinnen (Melina Schmidt und Feyza Özdemir) über Sisyphos, wie er sich später im Tartaros so machte, in all den Jahrhunderten, die danach noch kamen. Hat er bereut? Seine Strafe war sehr hart: musste Sisyphos doch immer aufs Neue einen Stein einen Berg hochrollen. Aber dieser Stein, sobald er oben still stand, würde sofort wieder nach unten rollen und seine Arbeit, so sinnlos, würde von vorne beginnen.
Aber inzwischen war Sisyphos im Tartaros berühmt geworden, ein Philosoph namens Camus hatte ihn besucht und ein Buch über ihn geschrieben: Der Mythos des Sisyphos“, und ihn darin zum Vorbild für alle Sterblichen gemacht. Nun konnte ihm sein alter Widersacher Zeus nichts mehr anhaben: sein Ruhm schützte ihn vor weiteren Vergeltungsmaßnahmen.
Am Ende wurde auch noch bekannt, dass Odysseus, der Held der Odyssee, eigentlich der Sohn von Sisyphos war und nicht von Laertes, was man bei einigem Nachdenken für wahrscheinlich halten kann: beide werden der „Listenreiche“ genannt. (Szene Maxine Mölgen und Sarah Weißleder).
Während dieser Stunde mit altgriechischer Mythologie lernten die Zuschauer alles über Sisyphos Taten, die Rettung Aiginas, seine Strafe im Tartaros, die Streiche an den Göttern und die Gedanken seiner Unterstützer und Gegner. Sisyphos wurde bestraft, weil er intelligenter war als alle Götter zusammen, aber er ließ sie es auch spüren. Was ist er nun?
Am Ende waren sich jedoch alle trotz der vielen Unstimmigkeiten einig: „Sisyphos war doch ein Held.“
Ein gelungener Abend, müde, noch geschminkte Gesichter, zwei Sterne, zwei Musiker, Götterkleider, Perlen und viel Antike. Wir behalten ihn in schöner Erinnerung.
Jasmin Hembach(Q1), Marc Cürten (Q1)

Literaturkurs Q1


Die Schreibwerkstatt präsentiert:

[Juni 2017]

Antike Mythen neu belebt

[Oktober 2017] Am 13. Oktober 2017 ist es wieder so weit: Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses der Q1 nehmen mit einem eigenen Beitrag an der Kunstnacht Leverkusen teil. Unter der Fragestellung: Sisyphos - ein Held? erzählt der Literaturkurs von Dr. Heinke Stulz in eigenen Szenen das Leben und Leiden des legendären Sisyphos neu. Ein streitbarer Charakter, der sich gegen die Götter auflehnt. Ein Lügner und Betrüger  - aber ist er trotzdem ein Held? Im Laufe der Spielszenen formt sich eine Antwort, zu sehen und hören am 13. Oktober 2017 von 19.00 – 20.00 Uhr im Erholungshaus (Studio). Der Eintritt ist frei!

Literaturkurs Q1

 

 

 


Adventskalender

                  „Adventskalenderöffnungslust, Wunschzettelversand, Lichterkettenaufhängfrust, Karamellkrokant Kuschelsockentragezeit, Backweltmeisteroma, Grünes Tannennadelkleid, Bratapfelaroma“ 

 

Mit dem Literaturkurs unter der Leitung von Frau Stulz haben wir schon im Sommer Schneeflocken rieseln lassen, Tannenbäume gefällt und Weihnachtslieder geträllert.

1 Jahr, 6 Monate und 3 Wochen, insgesamt 569 Tage. So lange dauert es noch bis wir, also die jetzige Q1, in der Mühlheimer Stadthalle stehen um unser Abitur zu feiern. Doch die Vorfinanzierung läuft schon in vollen Zügen. Seit dem Sommer haben wir geschrieben, gereimt, gefaltet, geschnürt, geworben und verkauft um erste Münzen in unsere Abikasse klimpern zu lassen. Mit dem Literaturkurs unter der Leitung von Frau Stulz haben wir schon im Sommer Schneeflocken rieseln lassen, Tannenbäume gefällt und Weihnachtslieder geträllert. Die Gedichte wurden gedruckt, wobei die Kosten freundlicherweise von der Schulleitung übernommen wurden. Anschließend haben wir reihenweise Großfaltaktionen mit der Stufe veranstaltet um  3 Kartons, randvoll mit Papier, in knapp 600 Adventskalender zu verwandeln.

Schon am Elternsprechtag konnte  wir erste Erfolge feiern: Weil erst am Morgen des gleichen Tages die Kartons mit den gedruckten Gedichten angekommen waren, haben wir direkt nach Schulschluss ein Spontanfalten einberufen und parallel die Kalender gebastelt und verkauft. Dabei sind die Adventsgrüße so gut angekommen, dass wir zwischendurch Unterstützung anfordern mussten um mit dem Falten hinterherzukommen. Auch der Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt in Wiesdorf erwies sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten als hervorragende Einnahmequelle. Nach ein paar Stunden voller fremde Leute anquatschen und Gedichte anpreisen  hatten wir eine ausgefeilte Technik entwickelt. Die bevorzugte Zielgruppe: Rudel mittelalter Herren, die sich mit Glühwein an einem Stand niedergelassen haben. Denn vorherige Beobachtungen haben gezeigt, dass die Frauen meist die Hosen anhaben und sich Unterbrechungen in ihrem Shoppingplan nur selten gefallen lassen. Die unterjochten  Ehemänner hingegen würden die Kalender oft nur zu gerne kaufen und werfen einem nahezu ausnahmslos entschuldigende Blicke zu, wenn sie weiter gezerrt werden. Alternativ gaben auch alte Ehepaare gute Käufer ab, vorausgesetzt die Dame hat gute Laune. Wenn nun also die Zielpersonen in Sicht waren,  machten wir mit einem im Chor geträllerten „Haaallooo“ auf uns aufmerksam. Im Fall einer, wie auch immer gearteten, Reaktion wurden unsere armen Opfer dann erst mal von einem Redeschwall (a la Freiherr-vom-Stein … Abivorfinanzierung … nicht nur Eltern zahlen … Gedichte …. SELBSTGESCHRIEBEN …) überollt. Die meisten waren danach durchaus bereit uns 5€ zu überlassen, mal mit, mal ohne Kalender als Gegenleistung.  
Am lustigsten war die Situation, als wir uns zu einer Gruppe von vier Herren gesellten und unsere inzwischen einwandfreie Rede erneut abspulten. Nach kurzem Hin und Her war der erste auch bereit, einen Kalender zu kaufen, kurz danach der zweite. Die anderen beiden hatten allerdings eindeutig nicht vor, irgendwelches Geld in hochkarätige Literatur zu investieren, aber da hatten sie ihre Rechnung ohne ihre Freunde gemacht. Diese machten sich nämlich minutenlang über einen der beiden lustig und versuchten ihn zu überzeugen, bis der einfach klein beigab und uns 5€ in die Hand drückte, auf seinen Kalender verzichtete er lieber. Daraufhin schaute der vierte leicht schockiert und beunruhigt aus der Wäsche, wobei er wahrscheinlich gerade seine Fluchtchancen abwog. Wir machten uns dann zwar selbst lieber vom Acker, bevor wir hier noch langjährige Freundschaften zerstörten, aber den Ruf als absoluter Lyrikverabscheuer wird er wohl so bald nicht los werden. 

Also, wenn ich euch einen Tipp geben darf: Schreibt Gedichte, Verkauft Kalender, lasst euch nicht abwimmel. Stur lächeln und winken, Männer! Denn so schnell verdient man nicht oft knapp 3.000 Euro!!    

Fine Petrick, Q1


Kunstnacht 2016: Trump ist Präsident - was tun?

"Odysseus" auf der Flucht vor Trump

[Oktober 2016]  Als am 7.10. die Zuschauer den Vortragssaal im Forum Leverkusens verließen, sahen sie alle beeindruckt aus. Gerade hatte hier der Literaturkurs die Odyssee, übertragen in die heutige Zeit, vorgeführt. Dafür hatte man sich auch lange vorbereitet und eifrig Dialoge geschrieben und geübt. Dazu hatte man nicht nur die Unterrichtsstunden verwendet, jeder hatte auch zu Hause weitergemacht. Es gab sogar fachliche Unterstützung, denn ein Spezialist, der beruflich Schauspieler trainiert, half in der Vorbereitung und sagte den Schülern, worauf sie zu achten haben. Damit jeder eine Hauptrolle haben konnte, griffen wir zu einem dramaturgischen Trick, der interessante Szenarien hervorbrachte. So durfte der neue Odysseus, den man Pablo genannt hatte, nicht in den Dialogen vorkommen. Andere Augenzeugen sollten über Pablos Abenteuer berichten. Die Schüler merkten schnell, dass es gar nicht so einfach ist, das in einen abwechslungsreichen Dialog umzusetzen.

Trotzdem fanden sich immer wieder schöne Ideen. So diskutierten zu Beginn zwei Klassenkameraden von Pablo ihre Pläne, sich nach Deutschland abzusetzen (Jan, Simon). Danach wurden dem Publikum zwei Drogendealer vorgesetzt, die Lotophagen, die die Ausreißer um Pablo getroffen hatten (Jost, Diyar). Anschließend wurde es sogar noch ausgefallener: Das Publikum durfte zwei Bandenmitglieder der Hells Angels bestaunen, Polyphem und Konsorten. Diese mussten mit einem ordentlichen Kater erstmal rekapitulieren, wie ihr Hauptquartier zerstört worden war (Artur, Philipp). Danach sahen die Zuschauer eine Sozialarbeiterin, die in  Pablo einen Kindersatz sah: Kalypso. Ihre Freundin musste ihr bei einem Kaffee helfen loszulassen (Julia, Leonie). Anschließend ließ ein Passant seinen Zeitdruck vor einem Bewerbungsgespräch im ganzen Raum spürbar werden. Zu seinem Pech bestand ein Polizist aber auf einer ausführlichen Aussage zu einer Schlägerei von Pablos Truppe (Christian, Thomas). Weiter ging es, nach einer der zwei Pausen, in denen Zuschauer kommen und gehen konnten, ganz im Sinne der Kunstnacht, mit zwei Kellnern aus einem Café, die sich nicht zu schade waren, ihre griesgrämige Chefin Kirke durch die Überwachungskameras zu beobachten. Umso erstaunter waren sie, als diese sich plötzlich als total verliebt gab, als sie Odysseus-Pablo zu Gesicht bekam (Lena,Moritz). In all der Aufregung konnte sich dann eine glückliche Gruppe Jugendlicher davonstehlen, nachdem sie wochenlang gefangen gehalten worden waren. Nach dieser bitteren Erfahrung, wie hilflos Illegale sind, hatten seine Freunde genug und wollten nach Hause.

Pablo selbst suchte aber weiter nach seinen deutschen Verwandten. Danach erfuhr ein wütender Chef, dass  Pablo in seiner Bar den Seher Teiresias getroffen und dabei wieder eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte, die aber eigentlich  nicht seine Schuld war. Die nächsten Darstellerinnen zeigten eine ganz andere Szenerie: Zwei Sängerinnen, die verführerischen Sirenen, stritten sich erbittert, aber auf vergnügliche Weise, um Pablos Aufmerksamkeit (Ina, Sioux). Als letztes erfuhren die Zuschauer durch Pablos Verwandten, wie alles zu Ende ging (Dilara, Finn). Pablo fand seine Familie in Köln und wurde dort aufgenommen, flog dann aber auch zurück nach Hause, denn Trump wurde durch ein Bombenattentat getötet. Die Dialoge zeigten sich so sehr vielseitig und überraschten die Zuschauer immer wieder mit neuen Figuren.

Die Schüler mussten in diesem großen Raum ohne Mikrofon zwar daran denken, laut genug zu sprechen. Außerdem durften sie nicht vergessen, ihre eigenen Requisiten mitzuführen. Trotzdem waren die Darstellungen sehr gelungen und überzeugten insbesondere in menschlicher Hinsicht. In dem Saal waren auch fast alle Stühle belegt. Dabei waren viele Gäste natürlich Freunde und Verwandte, es gab aber auch nicht wenige, die nur durch die Kunstnacht auf die Vorstellung kamen. Der Literaturkurs von Frau Stulz hat sogar schon einige regelmäßige Besucher, sich die jedes Jahr bewusst die Aufführung des Literaturkurses ansehen.

Die Szenen des Stückes waren dieses Jahr  sehr aktuell. Man merkte den sehr realistisch gestalteten Szenen ihren Ernst und ihre klare Sicht auf die Probleme von illegalen Flüchtlingen an.  Dennoch gelang es den Schülern auch immer wieder, das Publikum zum Lachen zu bringen. Das Großartige und zugleich Wesentliche des Stückes war aber sein Panoptikum an Gestalten und Schicksalen, die den Besuch zu einem unvergesslichen Abend machte.  

Finn Eckstein Q1


Kunstnacht Leverkusen 2016 - Der Literaturkurs Q1 im Forum

 

[Oktober 2016]

MODERNE ODYSSEE - Literaturkurs Q1 Stulz

18:30 - 19:30 Uhr im Vortragssaal des Forums

Der Literaturkurs zeigt  in selbstgeschriebenen Szenen eine neue Version der Odyssee heute  – Trump ist an der Macht – amerikanische Schüler als Flüchtlinge in Deutschland – Jugendliche ohne Geld im Untergrund.
Eintritt frei.


Alkestis: Anspruchsvolles Theater mit Tanz und opulenten Bildern

Düstere Gestalten betrauern Alkestis

[Juni 2016] Einen gelungenes Gesamtkunstwerk durfte erleben, wer die Aufführung „Alkestis“ nach der antiken Vorlage des Euripides besucht hat. Unter der Leitung von Dr. Heinke Stulz verfasst, stellten die Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses Q1 eine griechische Tragödie dar, deren traditionelle Elemente durchgängig übernommen, aufgrund aktueller Bezüge aber für den Zuschauer kurzweilig nachvollziehbar waren:

Grüne Wiesen, bedrohliche Wälder, ein reiches Haus, ein armes Haus. Vor diesen Kulissenbildern entfaltete sich das Drama um die starke, unglückliche Liebe von Alkestis (Marie Christ) zu Ahmed (Lennart Sacré), die - von elterlichen Erwartungen behindert - schließlich mit dem Tod der Liebenden endet. Fast wie bei Romeo und Julia, was öfters zitiert wurde.

Der antike Chor in Masken ahnte von vornherein das grausige Ende, ohne es verhindern zu können. Die lustigen Personen (Gloria von Arnim, Matthias Hupp, Anna-Marie Linstaedt) nahmen ihrerseits keinen Blatt vor den Mund und befreiten das Publikum immer wieder aus der Trauerstimmung einer griechischen Tragödie.

Umrahmt wurden die unter Regie des Theaterpädagogen Jürgen Albrecht erarbeiteten Szenen von Darbietungen der Tanz-AG, die mit ausdrucksstarkem Tanz zu emotionaler Musik das Publikum bravourös in die richtige Stimmung für den nächsten Akt brachten. Am Ende schließlich betrauern sie mit kleinen Laternen auf dunkler Bühne vor einer Friedhofskulisse die Toten zu Bachs Toccata und Fuge– eins von vielen stimmigen Bildern, das die Tanz-AG von Sabine Hasenbach-Busch mit schönen Kostümen und abwechslungsreicher Choreographie zu zaubern verstand.

So klingt das Stück aus, das von allen Schauspielern lebendig und brennend  gespielt wurde und durch Tanz, Musik und großformatigen Projektionen zusätzlich Atmosphäre erhielt. Eine emotionale Berg- und Talfahrt mit schönen Bildern.

Dank an alle, die mitgewirkt haben! Wir haben schöne Aufführungen erlebt.
Gundula Jende-Soeken (Redaktion)


Alkestis: Vom Lieben, Sterben und Lachen

Neubelebung der Alkestis am FvStein

[Juni 2016] Ewige Liebe, selbstlose Hingabe und Opfertod – was daran bitte schön soll komisch sein?: Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses „Kreatives Schreiben“ unter der Leitung von Dr. Heinke Stulz haben sich daran gemacht, die antike Tragikomödie „Alkestis“ von Euripides neu zu interpretieren und den komischen Elementen gebührend Raum zu geben. Aufgeführt wird das Werk mit Intermezzi der Tanz-AG und des Literaturkurses „Tanz“, unter der Leitung von Sabine Hasenbach-Busch und Isabel Raschik. Regie führt der Kölner Schauspieler und Regisseur Jürgen Albrecht im Rahmen eines Projektes von „Kultur und Schule“. Termine: 3./ 6. Juni um 19:00 Uhr in der Aula. Eintritt: 3 bzw. 6 Euro.